Belgische E-Rechnungspflicht 2026: Auswirkungen auf Luxemburg und seine Unternehmen
Ab 2026 wird die elektronische Rechnungsstellung in Belgien für alle B2B-Transaktionen verpflichtend. Was bedeutet das für luxemburgische Unternehmen mit belgischen Geschäftspartnern?
Peppol Box Team
24. Januar 2025

Ein Nachbarland zieht die Zügel an
Ab dem 1. Januar 2026 wird Belgien die elektronische Rechnungsstellung für alle B2B-Transaktionen zwischen in Belgien MwSt-pflichtigen Unternehmen verpflichtend einführen. Das bedeutet: Jede Rechnung zwischen belgischen Unternehmen muss als strukturierte E-Rechnung über das Peppol-Netzwerk versendet werden.
Für das Großherzogtum – wirtschaftlich eng mit Belgien verflochten – hat diese Entwicklung weitreichende Konsequenzen. Tausende hiesige Unternehmen unterhalten Geschäftsbeziehungen mit belgischen Partnern, und die Auswirkungen der belgischen Pflicht werden auch jenseits der Grenze spürbar sein.
Warum Belgien so wichtig ist
Die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Luxemburg und Belgien sind besonders eng:
- Belgien ist einer der wichtigsten Handelspartner des Landes
- Über 50.000 Grenzpendler kommen täglich aus Belgien zur Arbeit
- Zahlreiche Unternehmen vor Ort haben belgische Zulieferer, Kunden oder Tochtergesellschaften
- Gemeinsame Wirtschaftsräume: Die Benelux-Integration fördert grenzüberschreitende Geschäftsbeziehungen
- Logistik und Transport: Viele hiesige Unternehmen nutzen belgische Häfen und Logistikdienstleister
Diese enge Verflechtung bedeutet, dass die belgische E-Rechnungspflicht nicht nur ein belgisches Thema ist – sie betrifft direkt das Wirtschaftsleben im Großherzogtum.
Was genau plant Belgien?
Die belgische Regelung sieht Folgendes vor:
- Pflicht ab 1. Januar 2026 für alle B2B-Transaktionen zwischen in Belgien MwSt-pflichtigen Unternehmen
- Peppol als einziger zugelassener Kanal für den Versand und Empfang von E-Rechnungen
- Keine Ausnahmen nach Unternehmensgröße – vom Einzelunternehmer bis zum Großkonzern
- Empfangspflicht und Versandpflicht gelten gleichzeitig
Wichtig für hiesige Unternehmen: Die belgische B2B-Pflicht gilt für Transaktionen zwischen in Belgien registrierten Unternehmen. Wenn Sie an belgische Kunden liefern, werden diese ab 2026 E-Rechnungen über Peppol erwarten – und bevorzugen.
Direkte Auswirkungen auf Unternehmen im Land
1. Belgische Kunden verlangen E-Rechnungen
Wenn Ihre belgischen Geschäftspartner ab 2026 verpflichtet sind, E-Rechnungen über Peppol zu empfangen und zu versenden, werden sie auch von ihren Lieferanten aus dem Großherzogtum erwarten, dass diese Rechnungen über Peppol senden. Auch wenn Sie nicht direkt der belgischen Pflicht unterliegen, werden Ihre belgischen Kunden Peppol-Rechnungen bevorzugen oder sogar verlangen.
2. Belgische Lieferanten stellen auf Peppol um
Wenn Sie Waren oder Dienstleistungen von belgischen Unternehmen beziehen, werden diese ihre Rechnungen ab 2026 über Peppol versenden. Um diese Rechnungen effizient empfangen und verarbeiten zu können, sollten auch Sie über einen Peppol-Zugang verfügen. Peppol Box ermöglicht Ihnen den Empfang und die automatische Weiterleitung in Ihre bestehende Buchhaltungssoftware.
3. Wettbewerbsdruck steigt
Belgische Unternehmen, die an die Effizienz von Peppol gewöhnt sind, werden zunehmend auch von Geschäftspartnern in anderen Ländern denselben Standard erwarten. Unternehmen hierzulande, die noch keine E-Rechnungen nutzen, könnten Wettbewerbsnachteile erleiden.
4. Gemeinsame Projekte und Konsortien
Bei grenzüberschreitenden Projekten, Konsortien oder Ausschreibungen – insbesondere bei öffentlichen Aufträgen – wird die Fähigkeit zur elektronischen Rechnungsstellung zunehmend zum Qualifikationskriterium.
Die europäische Perspektive
Belgien ist nicht das einzige Land, das B2B-E-Rechnungen verpflichtend macht. In ganz Europa gibt es einen klaren Trend:
- Deutschland: Empfangspflicht für E-Rechnungen seit Januar 2025, vollständige Pflicht bis 2028
- Frankreich: Stufenweise Einführung der E-Rechnungspflicht geplant
- Italien: B2B-E-Rechnungspflicht bereits seit 2019 in Kraft
- EU-Initiative ViDA: Plant europaweite Meldepflichten für grenzüberschreitende B2B-Transaktionen
Das Großherzogtum wird sich diesem europäischen Trend früher oder später anschließen. Unternehmen, die jetzt bereits auf Peppol setzen, sind bestens vorbereitet – egal, welche Regelungen in Zukunft kommen.
Wie sollten Unternehmen vor Ort reagieren?
Wir empfehlen Unternehmen mit belgischen Geschäftsbeziehungen folgende Schritte:
- Bestandsaufnahme: Identifizieren Sie alle belgischen Geschäftspartner (Kunden und Lieferanten)
- Frühzeitig handeln: Warten Sie nicht bis Ende 2025 – richten Sie Ihren Peppol-Zugang jetzt ein
- Partner informieren: Teilen Sie Ihren belgischen Partnern Ihre Peppol-ID mit
- Förderung nutzen: Beantragen Sie die SME Packages Digital-Förderung (bis zu 70 % Zuschuss)
- Prozesse anpassen: Nutzen Sie den Export (CSV/XML/PDF) oder die API von Peppol Box für Ihre bestehende Verwaltungslösung. Mit Flexina Sync erhält Ihr Steuerberater Ihre Rechnungen automatisch — kostenlos
Ein Vorteil für proaktive Unternehmen
Die belgische Pflicht ist keine Bedrohung – sie ist eine Chance. Unternehmen, die frühzeitig auf Peppol umstellen, profitieren mehrfach:
- Reibungslose Zusammenarbeit mit belgischen Partnern ab Tag eins der Pflicht
- Effizienzgewinne durch automatisierte Rechnungsverarbeitung
- Kostenersparnis durch weniger manuelle Arbeit und Fehler
- Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten, die noch nicht umgestellt haben
- Vorbereitung auf eine mögliche B2B-Pflicht im eigenen Land
Denken Sie daran: Die B2G-Pflicht besteht hierzulande bereits seit März 2023. Wenn Sie bereits über Peppol an öffentliche Auftraggeber fakturieren, ist der Schritt zur Nutzung im B2B-Bereich minimal – Sie nutzen einfach denselben Kanal auch für Ihre privaten Geschäftspartner.
Bereiten Sie sich jetzt auf die belgische E-Rechnungspflicht 2026 vor! Mit Peppol Box sind Sie in wenigen Minuten startklar – für E-Rechnungen an belgische Partner, luxemburgische öffentliche Auftraggeber und alle anderen Geschäftspartner im Peppol-Netzwerk. Nutzen Sie die SME Packages Digital-Förderung und starten Sie noch heute.
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